Scharia

Die Scharia (arabisch شريعة Schariʿa, DMG šarīʿa im Sinne von „Weg zur Tränke, Weg zur Wasserquelle, deutlicher, gebahnter Weg“; auch: „religiöses Gesetz“, „Ritus“), abgeleitet aus dem Verb شرع scharaa, DMG šaraʿa ‚den Weg weisen, vorschreiben‘, beschreibt „die Gesamtheit aller religiösen und rechtlichen Normen, Mechanismen zur Normfindung und Interpretationsvorschriften des Islam“.[1]

Ein einziger Gott (Allah) gilt in diesem Rechtssystem als der oberste Gesetzgeber Schāri‘ / شارع / šāriʿ. Sein Gesetz sei ein Teil der göttlichen Offenbarung im Koran. Bei der Scharia handelt es sich um kein kodifiziertes Rechtssystem, sondern „ein Regelwerk, welches sich stets im Wandel befindet“. Scharia ließe sich deshalb nur verstehen, wenn man die „Rechtsquellen- und Rechtsfindungslehre“ (uṣūl al-fiqh) statt „inhaltliche[r] Einzelregelungen“ betrachtet.[2]

Demonstration für die Einführung der Scharia auf den Malediven 2014 mit dem Schwarzen Banner