Römisches Recht

Spanische Ausgabe des Corpus Iuris Civilis, Barcelona, 1889

Als römisches Recht bezeichnet man das Recht, das ausgehend von der Antike, zunächst in Rom und später im ganzen römischen Weltreich galt. Die im Corpus Iuris Civilis gesammelten Quellen des antiken römischen Rechts wurden im Mittelalter vornehmlich in Bologna wiederentdeckt und bis ins 19. Jahrhundert in den meisten Staaten Europas als maßgebliche Rechtsquellen betrachtet. Die Anerkennung des Corpus Iuris Civilis als geltendes Reichsrecht im Heiligen Römischen Reich führte zu ab dem Mittelalter und der frühen Neuzeit geltenden Ordnungen im heutigen Europa, die als rezipiertes römisches Recht bezeichnet werden können.

Während viele andere Errungenschaften der Antike ursprünglich von den Griechen stammen und von den Römern nur übernommen wurden, ist das römische Recht eine originäre Schöpfung der Römer ohne griechische Vorbilder. Allerdings hat die Übernahme von Begriffen und Argumentationsmustern aus der griechischen Philosophie bei der Herausbildung der römischen Rechtswissenschaft eine Rolle gespielt. Die Wissenschaft vom römischen Recht wird – ebenso wie die romanische PhilologieRomanistik genannt.