Noura Hussein

Noura Hussein Hamad (arabisch نورة حسين حماد; * 1998 oder 1999) ist eine Sudanesin, die aufgrund der Tötung ihres Vergewaltigers wegen Mordes zum Tode verurteilt wurde.

Hussein soll im Alter von 16 Jahren und gegen ihren Willen von ihrem Vater verheiratet worden sein. Als sie nach dem Ende ihrer Schulzeit im April 2017 zu ihrem Mann hatte ziehen müssen, lehnte sie es ab, mit ihm zu schlafen. Ihr Mann habe sie schließlich mithilfe von drei Verwandten vergewaltigt. Bei einem neuerlichen Versuch am nächsten Tag habe Hussein in die Küche entkommen und ein Messer greifen können. Im anschließenden Handgemenge verletzte sie ihren Mann tödlich.[1]

Das Todesurteil gegen Hussein im Mai 2018 führte zu einer internationalen Kontroverse über dessen Gerechtigkeit.[2][3] Der Vizedirektor von Amnesty International (AI) in der Region, Seif Magango, fordert die Aufhebung der Todesstrafe und eine neue Verhandlung, die die Umstände des Geschehens berücksichtige. Das Strafmaß sei inakzeptabel und grausam, die junge Frau habe sich lediglich schützen wollen. Das Gericht in Omdurman hat hingegen unter anderem in Abrede gestellt, dass es Vergewaltigung in der Ehe gebe. Magango forderte anlässlich des Urteils außerdem die Änderung des sudanesischen Gesetzes, das Eheschließungen bereits im Alter von zehn Jahren erlaubt.[1]

  • einzelnachweise

Einzelnachweise

  1. a b Notwehr gegen Vergewaltigung - 19-Jährige zum Tode verurteilt. In: Süddeutsche Zeitung, 11. Mai 2018.
  2. Teenager who killed husband after he raped her is sentenced to death in Sudan (en). In: The Guardian, 11. Mai 2018. 
  3. Woman to die for killing 'rapist husband' (en-GB). In: BBC News, 11. Mai 2018.